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Populationsbiologie / Population Biology:

Vergleichende Populationsökologie von Cochlearia bavarica Vogt und Cochlearia pyrenaica DC.(1996-2000):

Clemens Abs

Cochlearia bavarica, ein bayerischer Endemit, besiedelt ähnlich der ihr nah verwandten Art Cochlearia pyrenaica Quellsümpfe und -moore auf kalkhaltigen Substraten (Hartwasserquellen). Einnischung einer Pflanzenart kann unter anderem als Selektion eines differenzierten Lebenszyklus, aus der eine erhöhte Fitness resultiert, verstanden werden. Entsprechendes ist für Ökotypen mit sehr unterschiedlichen Standortspräferenzen erfolgreich nachgewiesen worden (GROENENDAEL 1985, LAMADE et al 1994). Ob auch nahverwandte Arten bei geringen Habitatdifferenzen verschiedene Lebenszyklen zur differenziellen Besiedlung herausgebildet haben, ist Forschungsgegenstand des beantragten Projekts. Die Evolution adaptiver Lebenszyklusmerkmale wird sowohl auf dem Artniveau als auch auf dem Kleinartenniveau betrachtet. Damit wird ein Beitrag zum Verständnis evolutiver Prozesse geleistet.Aufbauend auf einer statistisch korrelativen Habitaterfassung werden Dauerflächen zur Kennzeichnung der Populationsstruktur und -dynamik eingerichtet. Weitere Lebenszyklusmerkmale (Diasporenreservoir, Keimung, Etablierung, energy allocation, reproduktiver Aufwand) werden im Freiland erfaßt und ihre Stellung im Ursachen-Wirkungskomplex experimentell im Labor und Gewächshaus geprüft.In dem beantragten Projekt werden zudem methodische Probleme bei der Analyse individuenarmer Populationen aufgegriffen und somit Innovationen in die populationsbiologische Forschung eingebracht. Desweiteren sind die Ergebnisse der populationsbiologischen Studie essentiell für den vom Landesamt für Umweltschutz angestrebten Schutz von Cochlearia bavarica sowie begleitender naturschutzfachlicher Stützungsmaßnahmen (STURM 1991).

Can the relict species Armeria purpurea be conserved at its last refugium?

Birgit Weiß, Clemens Abs